Am 1. Januar 2025 beginnt das europäische Horizon-Europe-Projekt VOLABIOS (Validation and Comparative Multi-Omics Benchmarking of Fluid-Derived Volatilomics Biomarkers for the Prevention and Early Detection of Schizophrenia) offiziell seine Mission, die Früherkennung und Behandlung von Schizophrenie zu revolutionieren. Diese chronische psychische Erkrankung betrifft etwa 1 % der Weltbevölkerung – etwa 80 Millionen Menschen – und zählt zu den 15 häufigsten Ursachen für Behinderungen weltweit, was zu einer Verkürzung der Lebenserwartung um 10–15 Jahre führt. VOLABIOS zielt darauf ab, fortschrittliche, kostengünstige Diagnostikwerkzeuge einzuführen, um die Lebensqualität von Patient:innen und ihren Familien zu verbessern, Diagnosefehler um etwa 30 % zu reduzieren und Behandlungs- und Monitoringstrategien zu optimieren.
Ein multidisziplinärer Ansatz zur Früherkennung
VOLABIOS setzt auf modernste Technologien, um die Früherkennung von Schizophrenie grundlegend zu verbessern und gleichzeitig die molekularen Mechanismen der Erkrankung besser zu verstehen. Dafür kombiniert das Projekt Multi-Omics-Ansätze – darunter Genomik, Proteomik, Metabolomik und Transkriptomik –, um ein umfassendes Bild der molekularen Veränderungen zu gewinnen, die mit der Entstehung von Schizophrenie verbunden sind.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch die mobile Spektrometrie (Volatolomics), die flüchtige organische Verbindungen analysiert, welche vom Körper abgegeben werden. Diese innovative Technologie ermöglicht eine nicht-invasive Diagnostik. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden die umfangreichen Datensätze anschließend ausgewertet, um komplexe Muster, Zusammenhänge und zugrunde liegende Krankheitsmechanismen zu identifizieren.
Das Zusammenspiel dieser Technologien ermöglicht eine präzise und schnelle Identifizierung chemischer und biochemischer Biomarker für Schizophrenie. Dadurch kann die diagnostische Genauigkeit erhöht, der Diagnoseprozess beschleunigt und der Weg für frühere Interventionen, ein besseres Verständnis der Erkrankung sowie verbesserte Behandlungsergebnisse geebnet werden.
Ein globales Konsortium für bahnbrechende Innovation
Das VOLABIOS-Projekt vereint ein multidisziplinäres Konsortium aus 18 Partnern sowie zwei assoziierten Partnern aus elf europäischen Ländern. Die beteiligten Organisationen bringen umfassende Expertise aus Wissenschaft, klinischer Forschung, Technologie, öffentlicher Gesundheit und Politikgestaltung ein. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, innovative Lösungen für die Frühdiagnose von Schizophrenie zu entwickeln und Forschungsergebnisse in die medizinische Praxis zu überführen.
Ein international besetzter wissenschaftlicher Beirat mit renommierten Expertinnen und Experten aus Psychiatrie und Neurowissenschaften begleitet das Projekt mit strategischer Beratung. Er stellt sicher, dass die Forschungsarbeiten konsequent auf die Verbesserung der Frühdiagnose und der Behandlungsergebnisse ausgerichtet bleiben.
Durch die enge Zusammenarbeit aller Partner bündelt VOLABIOS wissenschaftliche Exzellenz und technologische Innovation. So schafft das Projekt die Voraussetzungen für wegweisende Fortschritte in der Diagnostik psychischer Erkrankungen und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung.
Forschungsphasen und klinische Auswirkungen
Das VOLABIOS-Projekt ist in mehrere aufeinander aufbauende Phasen gegliedert. Den Auftakt bildet die retrospektive Analyse von rund neun Millionen Krankenakten, darunter etwa 120.000 Fälle mit Schizophreniebezug. Darauf folgt eine multizentrische klinische Studie mit 3.692 Patient:innen an sechs medizinischen Zentren in Europa. Die Teilnehmenden werden über einen Zeitraum von 18 bis 36 Monaten regelmäßig untersucht, um Krankheitsverläufe im Längsschnitt zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse zu validieren.
Ergänzend wird eine verblindete Studie mit 1.000 Teilnehmenden durchgeführt, um die identifizierten Biomarker weiter zu überprüfen und ihre diagnostische Aussagekraft zu bestätigen.
Langfristig soll VOLABIOS die Diagnostik psychischer Erkrankungen nachhaltig verbessern. Dazu entwickelt das Projekt innovative Diagnoseverfahren, baut eine frei zugängliche Wissensdatenbank auf und schafft eine wertvolle Grundlage für die zukünftige Forschung zu komplexen psychischen Erkrankungen sowie für deren frühzeitige und präzisere Diagnose.
| Startdatum: 01. Januar 2025 |
| Laufzeit: 4,5 Jahre (54 Monate) |
| Förderung: 8.000.000 € |
| Partner: 18 (+2 assoziierte Organisationen) |
| Projektkoordinator: Technion, Prof. Hossam Haick |
| E-Mail: [email protected] |
| Nr. | Name der Teilnehmerorganisation | Akronym | Typ | Land |
| 1 | Technion – IIT | TECH | ACA | Israel |
| 1.1 | Technion Research and Development Foundation LTD | TRDF | ACA | Israel |
| 2 | EXUS MONOPROSOPI ETAIRIA PERIORISMENI EFTHINIS | EXUS | SME | Griechenland |
| 3 | Hospital Universitario Virgen Macarena - Servicio Andaluz de Salud | SAS | HOS | Spanien |
| 3.1 (Assoziierte Organisation) | Fundación para la Gestión de la Investigación en Salud en Sevilla | FISEVI | NGO | Spanien |
| 4 | Universitätsklinikum Aachen | UKA | HOS | Deutschland |
| 5 | Lietuvos Sveikatos Mokslu Universitetas | LSMU | HOS | Italien |
| 6 | FIRALIS S. A. | FIRALIS | SME | Frankreich |
| 7 | Universidade de Coimbra | UC | HOS | Portutal |
| 8 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | UDUS | HOS | Deutschland |
| 9 | Smartnanosense Innovation | SNSI | SME | Vereintes Königreich |
| 10 | Ethniko Kentro Erevnas Kai Technologikis Anapty | CERTH | RES | Deutschland |
| 11 | Ainigma Technologies | AINIGMA | SME | Belgien |
| 12 | Griechenland Gesundheitsministerium | MoHGR | PUB | Griechenland |
| 13 | Universität La Rioja | UNIRIOJA | ACA | Spanien |
| 14 | Time.lex | TLX | SME | Belgien |
| 15 | Deutsche Stiftung Therapeutika Schizophrenie | GFTS | NGO | Deutschland |
| 16 | Cubic Snail G.P. | CUBIC | SME | Griechenland |
| 17 | University of Cambridge | UCAM | ACA | Vereintes Königreich |
| 18 | Zentrum für Soziale Innovation / Center für Social Innovation GmBH | ZSI | RES | Österreich |
